Der Heilige Berg Athos : eine Symphonie. 3

Einmal, am Hellespont, schlug brauner Dampf durch gutes Dunkel; und immer röter ward, was rauchte schließlich wußte, wer es schaute: llion brennt! Da flackerte ein andres Flammen auf: entfacht auf dem Berg Ida. Vom Hermas aus, dort nah übern Meer auf Lemnos, wards verstanden, flugs erwidert; am Athos, Zeus des Donnerers geliebtem Ort, erkannte schon die Wache das Fanal, und gleich entbrannte auch ihr Rot der Nachricht. Das war die höchste Glut, die große Kunde gab! Von Ilion aus noch klar erspäht und auf Makistos’ Grat auch raschen Blicks erhascht, gabs Athosfeuer, bei gar wolkenloser Nacht, schon stolz Gewähr, daß aller Warten Wanderbrand gelang. Bloß auf den Athosposten kam es an: er stand am steilsten! Vom Makistos zum Messapion ist der Weg wohl lang, doch heiter dort zumeist die Luft, den Schwalbenzügen und Vergnügten ein so liebes Hin. — Schon folgte dann, als Glutenglied der Botschafiskette, eine rotgewordne Kuppe des Kithairons. Auch dieses Feuer mußte groß erlodern, deutbar werden bis auf Bergesrücken vor Korinth. Am Aigiplankton hat man es erkannt und gab ihm Antwort. Um Sarons Meer, schon Agamemnons Untertan, ward manches Feuer froh entzündet, daß vom Arachnaion ein letztes lohendes Fanal dann gleich im Sternenall aufzüngeln konnte, Menschentaten sagend, verkündend Sieg der Könige Achaias, das Niedersinken Trojas: Klytemnästras Augen sichtbar. Und die Ehebrecherin erschrak! Berg Athos! Noch bist du Warte, und Wachen besorgen dich in jeder Nacht. Kein Freudenfeuer wie dereinst, als Menelaos, mit Helena in seines Armes Macht, den Brand von Troja schaute, umflattert rotfrohlockend deinen Gipfel über Adlerhorsten, doch

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