Die Physiognomie des Menschen

Rötliche, trockene Augen:

Sie sind nach Polemon, Adamantius und Albertus ein ganz sicheres Zeichen großen Zornmuts.

Rötliche, feuchte Augen:

Dieselben drei Gelehrten schließen aus solchen Augen auf Trunksudht.

Feurige Augen:

Leute mit feurigen Augen sind unverschämt und den Hunden vergleichbar. Homer erzählt, Achilles habe dem Agamemnon vorgehalten, er habe Augen wie ein Hund und ein Herz wie ein Hirsch, womit er seine Schamlosigkeit und Furctsamkeit andeuten wollte. Schamlosen und Frechen eignet Homer gaffende Augen zu. Bei Hesichius und Varinus wird ein schamloser, unverschämter Geist hündisch genannt, und zwar wegen des starren, schamlosen Angaffens. Aristogeiton, des Cydimachus Sohn, hieß wegen seiner Frechheit „der Hund“. Die philosophishe Schule der Kyniker hat ihren Namen von ihrer hündischen, schamlosen, frechen Gesinnung, die alle Menschen ganz offen ankläffte,

8. Die mehrfarbigen, punktierten Augen.

Ein mehrfarbiger Augenring ist entweder punktiert, d. h. mit weißen, schwarzen, roten, bleichen Punkten besetzt, oder in verschiedenfarbige, bunte Kreise geteilt. Wir besprechen zunächst den hirsekornförmig punktierten Ring. Die Mehrfarbigkeit der Augen beruht darauf, daß sie aus durchscheinendem, locker gefügtem Stoff bestehen, der die Geister leicht durchdringen läßt, wie man bei den Frauen feststellen kann, die zur Zeit ihres Unwohlseins einen reinen Spiegel durch bloßes Hineinsehen fleckig machen.

Gefleckte Augen:

Schlecht, schreibt Aristoteles an Alexander, sind Augen mit schwarzen, roten oder anderen

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