Rechte und Obliegenheiten der Regenten und Unterthanen in Beziehung auf Staat und Religion : eine Folge des Systems der moralischen Religion

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'Cuthers , oder Hähns, oder Seilers , oder Schul zens Katechismus, ob ſie die Bibel oder den Koran, ob ſie das aſte oder ein neues Geſangbuch haben will. Mit einem Worte, der Regent hat úber die Religion der Untertanen. gar nichts zu entſcheiden. Er iſt ſchuldig Religionsfreyheit zu ſchügen d. h. die Uebung der allgemeinen Religion ungeſköhrt zu ers halten und jedem ſeine beſondere Privatreligion dabey frey zu laſſen. Es kommt ihm nicht im mindeſten zu, ſeinen Unterthanen vorzuſchreiben, was und wie ſie glauben, lehren, undGott dienen ſollen. Der Unterthan mag Jude, Heide, Túrke oder Chriſt ſeyn, er mag eine Religion oder gar feine haben , ex mag in die Kirche gehen oder nie eine Kirche beſuchen, , darüber hat der Regent nichts zu gebieten, -

Landesherrn haben úber die Religion trer Un» kerthanen weiter kein Recht, als die Sicherheit des Staats dabey wahr zu nehmen und folglich in Res “ ligioneſachen blos zu verbieten, (zu gebieten nichts!) was dem Staate wirklichen Nachtheil bringt, Und hicher gehören dreyerley Dinge,

à, Der Regent fan und foll öffentliche Bekannt‘machung und, Verbreitung ſolcher Lehrſäße verbieten, welchè dem Staate an ſi ſelbſt ſhâdlih ſind. Wenn ‘alſo z. B, einzelne Unterthanen oder ganze Ges ſellſchaftén derſelben Atheiſten wären, und ſelbſt die

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