Türckische Chronica : Wahrhaffte eigentliche und kurtze Beschreibung der Türcken Ankunfft Regierung Königen und Keysern Kriegen Schlachten Victorien und Sigen wider Christen und Heyden : Von Emptern Befelchs und Kriegßleuten der Türckischen Soldaten und wie man wider den Türcken kriegen sol : Item Von der Türcken Religion und Gesatz von irem Gerichts Proceß ... : ... Alles in drey Bücher eyngetheilt wie bald nach der Vorred zu sehen

Von dem Nahometiſchen Geſaß/

alsbald einen ſchlaff erwecket / auß welchem erfolget / dasdu im Traumond auß vberflüſſigem eſſenmiteiner Frauwenin onzucht vnd Sünde gefallen/haſt alſo deines Gebetts vergeſſen/derhalbenhettich ſonderliche freud daran/dasduteglich dich alſomit vberiger ſpeiß fülteſi/dann auf dieſeweiß würdeſtunichtin eine Sündeallein fallen/ſondern ich wolte dix teglich zwo/drey/vier/ eynſchreiben-

A ‘Bud nach dieſem Geſprech iſt der Teuffel mit groſſem vngeſtümmwider hinweg gcfahren. Daher nuemmendie Türckenein Exempel / ond ſagen: Hat der Eremirter/der allein Kreutergeſſen/ond Waſſer getruncken/ſohartgeſündiget/wie viel mehr ſollen ſich fürſchen die jenige/ ſo Brot/Fleiſch ondandere gute ſpeiß/eſſen/dieweiljnendie gefahrjres Heils vnd verderbniß jrer Secelſo vil mehr für Augen?

Von der Sünde deſ; Neids vnd Haſſz. i Cap. XXII, CDE Sünde deſ Neidsiſtdie heimlichſte Súnd /ſo ein Menſch begchen

fan/danndiſe ſte>tdem Sündexinſeinemeigenherßen- VBndderhalbenſagen die Ma-

homectaner /das einem neidiſchen abgünſtigen Menſchen nicht müglich / das er von her6en föndteodermöchtefrölichſeyn / oder einigen wolluſt / wie groß der auch ſeyn möchte / vonjrgendseinemdingentpfahen/dann der Neid nd Abgunſi/wanner ſihet daswol zugehet / vnd das ſein Nechſterin gutem glück ondwolfahrtzunimpt / naget / beißt ondverzert den Menſchen/darinnereyngewurselt vongrundtſeines Hergen.

Vudeinenſolchen Sünder vergleichen ſiceinem Baum / welcher auſſenſehr ſchöne Bläe bringt ondzeiget / innwendig aber befindet ſich das er etwan von cinem Wurm gefreſſen ondzerſtochen/vndalſodürr/faul ond múrb wordeniſt. |

Sic haben auch vonjrem Propheten Mahometh dieſe wort /El becchialo laien cadul genettinuclanc hianezaiden, Welche wort bedeuten /dasfein Mahometaner würde ins Parxadeiß fommen/ obergleich in allen anderndingen Gott gehorſam were / woer von diſem Laſter nicht gax rein vnd lauter gewaſchen / Derhalben vnd das ſic jr Seel nicht verdammen / befleiſſis gen ſie ſich/ſo vil müglich/diß Laſter zu lichen. :

Vonder Sünde der Faulhcit-genannt Accidia. Cap. XXIII. D Sünde /ſprechenſie / ſeyein heimliche vnerkannte Súnde / welche

außeinerſonderlichen Teuffeliſchen faulheit ond tregheit herkomme/durch welche man allenúgegeſchefft / vnd Göttlichedinghindan ſezt/vergißt vnd verſeumpt/ Auch dasjenigeſojnendientzujrer ſelbſi Seelen Heil vnd Seligkeit / Sagen/diſe Sündeſey für Gott gar verflucht: Dannes leßtſich anſehen / daseine ſolche groſſe faulheit / die durch ein bóöß vnordentlich Lebenerfolget/Gottvndalle ſeinegeſchöpff nachleſſiglich ond mutwilliglich verachtet. Sieſfindeninjrem Buch /dasbeyzeitendeß Mohometscin König geweſen ſey / indiſem Laſter ſonderlich tic ond vbertrefflich erſoffen / Alſo das er durch dieſe faule nachleſſigkeitalle dinghindangeſcgthab / ſo erzu thun ſchuldig/nichtallein von Ampts wegen /als cinem König gebürt / zu erhaltungſeiner ehr / ond deß gemeinen nuges / ſondern auch was die notturſftvonjm erfordert / vnd hat bey ſich ſelbſt befunden /das er von cinem Teuffclandiß Laſter alſo hart gebannt/vnddurch lange gewonheitdarinn verwickelt worden/dasjme nicht müglich/ſich darvon widerumbzu entledigen vndzuentbinden. : | : Wiecr nun einsmalsin ſeinem Bech am tage gelegen / vnd hefftiggefaulenset / allerley Fantaſey ondſchwermereyim Kopf vmbher lauffen gehabt/ſiheter cinen Engel in eines Menſchen geſtalt / der in cinem augenblick auff den Heuſern/zu einem Dachzu dem andern ombher ſprangvndlieffe. Als ex ſolches geſchen / vnd jme der Menſch a ich ges